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Werkstatt Spiritualität



Empfehlung des Monats



Werkstatt Spiritualität - Statement Prof. Dr. Uta Ranke-Heinemann

Frau Prof. em. Dr. Theol. Uta Ranke-Heinemann war so freundlich, uns zum Geleit unserer Werkstatt Spiritualität den Abdruck der folgenden Zeilen aus ihrem Buch "Nein und Amen – Mein Abschied vom traditionellen Christentum" (7. Aufl., 2007) zu erlauben. Wir danken auch ausdrücklich dem Heyne-Verlag, der uns die Veröffentlichung folgender Zeilen genehmigt hat.

„Vielleicht, dass der Mensch einmal nicht länger zufrieden ist mit dem, was andere von ihm verlangen zu glauben, dass er ihre Märchen nicht mehr hören und sie nicht mehr für wahr halten will, weil sein Herz und sein Verstand leiden.

Aber wohin soll er sich wenden? Die Kirche ist nicht am Verstand und an der Aufklärung des Menschen interessiert. Jede Art von Aufklärung erscheint ihr eher verdächtig und oft verdammenswert. Die Kirche redet nur von der Verletzung der religiösen Gefühle. Auf solche Verletzungen achtet sie sehr und rannte solcher wegen oft zum Richter. Sie achtet leider zu wenig auf die Verletzung des religiösen Verstandes. Der religiöse Verstand ist im Gesetz überhaupt nicht geschützt. Es gibt ihn von Rechts wegen gar nicht. Und so ist der Mensch, wenn es ihn nach Wahrheit verlangt und wenn er damit nicht nur die von den kirchlichen Vorgesetzten vorgesetzten Wahrheiten meint, auf sich selbst verwiesen.“ (S.12f)

„Wir wissen nicht viel von Jesus. Aber wenn wir ihm nachgehen, spüren wir, dass er Gott gesucht und dass er Gott gefunden hat und dass er diesen Gott als einen jedem Menschen Nahen offenbaren und dass er jeden Menschen zu einem Nahen dieses Gottes und zu einem Nahen jedes Nächsten werden lassen wollte. Wer es wissen will, weiß auch, dass Jesu Stimme eine immer noch lebendige Stimme ist, seine Wahrheit eine immer noch lebendige Wahrheit und sein Gott ein immer noch lebendiger und naher Gott.
Dieser Jesus liegt nicht nur in Jerusalem begraben, sondern auch unter einem Gebirge von Kitsch und Fabelei und kirchlicher Phraseologie. Es gilt, einen Verschollenen und Vermissten wiederzufinden.“ (S. 13)

„Mein siebenfaches negatives Glaubensbekenntnis:

1) Die Bibel ist nicht Gottes-, sonder Menschenwort
2) Dass Gott in drei Personen existiert, ist menschlicher Fantasie entsprungen
3) Jesus ist Mensch und nicht Gott
4) Maria ist Jesu Mutter und nicht Gottesmutter
5) Gott hat Himmel und Erde geschaffen, die Hölle haben die Menschen hinzuerfunden
6) Es gibt weder Erbsünde noch Teufel
7) Eine blutige Endlösung am Kreuz ist eine heidnische Menschenopferreligion nach religiösem Steinzeitmuster

Und jetzt das Positive:

Gott, der Urheber des Universums, hat allen Menschen außer der goldenen Verhaltensregel, die da lautet: »Menschlichkeit und Wohlwollen« humanity and benevolence, David Hume († 1776) - die Sehnsucht nach einem glücklichen Leben jenseits des Todes ins Herz geschrieben. Aber vor dem Positiven, das mir verblieben ist, noch eine Frage an die Christen und ihren Glauben und ihr Glaubensbekenntnis: Sie sagen mit Recht, dass Gott, der Urheber des Universums sich in der Schöpfung offenbart, weil man aus dem Geschaffenen auf den Schöpfer schließen kann. So steht es auch in ihrer Bibel, und zwar Weisheit Salomonis Kapitel 13 bis 15 und Römerbrief Kapitel 1,19 f.: »das, was man von Gott erkennen kann ... wird seit Erschaffung der Welt an den Werken der Schöpfung durch das Denken wahrgenommen.“ (S.417f)

„Mein Verstand sträubt sich gegen diese absurde Gedankenlosigkeit, mit der die Christen durch ihre Mirakel-Offenbarung und ihre Wundergläubigkeit die wirkliche Offenbarung Gottes, nämlich die für alle Menschen aller Zeiten gültige, verdunkeln und überschreiben und mit der sie viele Menschen daran hindern, Gott zu erkennen, weil die eine Offenbarung Gottes die andere Offenbarung Gottes widerlegt.“ (S. 418f)

„Dabei ist Fragen eine christliche Tugend, obwohl sie selten eine Tugend der Christen ist.“ (S.12)



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