Wer würde etwa bei den Worten „Achtsamkeit“ oder „Mitgefühl“ nicht sofort an Buddhismus denken? Doch im Hier und Jetzt zu sein, ist auch für einen Sufi ständige Aufgabe. Darüber hinaus haben Sufis eine universelle Botschaft, die an alle spirituell Suchenden gerichtet ist. Das Sufitum, ursprünglich eine mystische Strömung des Islam, wird zunehmend als ein universaler, spiritueller Übungsweg erkannt, der mittlerweile von Millionen Menschen in der Welt gegangen wird. Liebe zu Gott und den Menschen, Achtsamkeit und Selbstüberwindung, spirituelle Praxis und Toleranz, Überwindung konfessioneller Schranken, Vollendung der Schöpfung und die ekstatische Erfahrung des Göttlichen sind Meilensteine auf dem Pfad der Liebe und Hingabe.
In der Cille suchen wir Wege zur Selbstbefreiung und persönlichen Transformation. Unsere Lehren sind die Lehren spiritueller Liebe und die Grundsätze des sozialen Engagements, ohne die ein spirituelles Leben nicht wirklich denkbar und möglich ist; denn das innere Erwachen des Herzens führt zu der Erfahrung von Einheit und in der Folge davon zum Dienst an der Menschheit und der Schöpfung und damit zu wahrer Hingabe. Unsere Aufgabe ist es, Menschen in das Bewußtsein von Schönheit, Vollkommenheit und Einheit zu führen und unsere Vision ist das Modell einer spirituell ausgerichteten, einander fördernden Gemeinschaft. Das Leben in und mit einer Gemeinschaft führt uns über die Beschränkungen unserer individualistischen Tendenzen hinaus und gibt uns die Gelegenheit, unser Menschsein zu üben.
Die TeilnehmerInnen an der Cille kommen mehrmals jährlich in Frauen- bzw. Männerkreisen und/oder Retreats zusammen. Dabei arbeiten sie an themenspezifischen Inhalten, üben sich im Ausdruck natürlicher Höflichkeit, den ADABS, und darüber hinaus in der Anwendung der Regeln für ein friedliches Miteinander.

Wo immer wir stehen, wohin wir auch gehen, überall sind wir von Seiner Göttlichen Präsenz umgeben und durchdrungen. Viele Menschen können das nicht, noch viel mehr wollen das nicht wahrnehmen. Doch in jedem Moment haben wir die Möglichkeit, uns Seiner bewusst zu werden. Dazu kommen wir in regelmäßigen Abständen in einer HADRA zusammen. HADRA bedeutet „Versammlung, Anwesenheit" und zwar nicht nur der Mitglieder einer Gemeinschaft zum Zwecke geistiger Übungen, sondern auch Anwesenheit Gottes, um dessen Gegenwart wir wissen. Durch Gesang, Tanz (SEMA), Meditation, Gebet, die Lesung heiliger Verse oder durch die Rezitation der Namen Gottes (DHIKR) erinnern wir uns an Seine All-Gegenwart. An einer HADRA teilnehmen heißt, bereit zu sein für den Dialog mit Gott, heißt sich an den Bund der Liebe zwischen Schöpfer und Schöpfung zu erinnern.
Samstag, 9. Oktober ab 15 Uhr - Hadra für Frauen
Samstag, 16. Oktober ab 15 Uhr - Hadra für Männer
Samstag, 20. November ab 15 Uhr
Samstag, 18. Dezember ab 18 Uhr - Hadra

Die aus der Tradition der Mevlevis, auch bekannt als die „tanzenden Derwische“, stammende Sema-Zeremonie wurde begründet durch den türkischen Philosophen und Dichter Mevlana Celaleddin Rumi (1207 - 1273). Sema symbolisiert das Werden der Schöpfung, das Erwachen des Menschen, sein Erblühen in Liebe, sein Streben nach Vollkommenheit, seine Hinwendung zur Wahrheit und die Erkenntnis, dass wir auf Erden sind, um der Schöpfung und allen Geschöpfen ohne Unterschied zu dienen. Die Zeremonie beginnt und endet mit dem Friedensgruß "Selam".