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DIE IRULAR

Der Hamburger Verein Zukunft-Irular setzt sich in der direkten Zusammenarbeit für die Rechte und die Kultur der indigenen Irular ein.

Wer mehr über diese Ethnie erfahren möchte, dem empfehlen wir folgende Kurzfilme:

 

 

Immer noch gehören die meisten Angehörigen indigener Völker in ihren Ländern zu den sozial und wirtschaftlich am meisten marginalisierten Bevölkerungsgruppen, die seit der Kolonialzeit daran gehindert werden, ihre Kultur und Wirtschaft weiter zu entwickeln und dabei versuchen, ihren eigenen Weg aus Armut und Diskriminierung zu suchen, ohne dabei ihre kulturelle Identität, ihre Werte von Natur und Gemeinschaft zu verlieren.

Ihr Gelingen ist auch für uns bedeutungsvoll, denn mit jeder Kultur die wir verlieren, verlieren wir eine weitere einzigartige Möglichkeit, wie Menschen ihre Beziehung untereinander und mit der Natur gestalten können.

Wie auch so viele andere indigene Völker, gehen die Irular von einem nicht-anthropozentrischen Weltbild aus. In ihren Festen und Zeremonien feiern sie nach wie vor ihre Verbundenheit mit den Göttern, die sich in der sie umgebenden Natur verkörpern, derer sie Teil sind. Ihre Liebe für und ihr Wissen um die Natur berührt. Und sollte uns zu denken geben.

Die Irular selbst, eine auf 500.000 Menschen geschätzte Ethnie, gehören zu den den Adivasi Indiens. Bis in die Kolonialzeit lebten die Irular in Familienverbänden  in den Urwäldern und Baumsteppen Südindiens  als Jäger und Sammler. Mit der Kolonialzeit änderte sich ihr Schicksal wie für fast alle indigenen Ethnien des globalen Südens: Ihr Land und seine Ressourcen wurden zunehmend durch Holzeinschlag, Bergbau und Landwirtschaft ausgebeutet, wodurch ihr Lebensraum zusehends schrumpfte und ihr Überleben bedroht wurde.  1978 versagte die Forstverwaltungen ihnen den Zutritt zu ihren Wildnis-Territorien, in und von denen sie lebten. Damit setzte die endgültige Vertreibung und Zersiedelung der Irular ein. Heute leben Sie in Armut und Diskriminierung am Rande der sich ausbreitenden Städte oder agrarökonomischer Landstriche. Es mangelt an sauberem Trinkwasser und ihr Leben ist vielerorts durch Unterernährung und in deren Folge durch Krankheit gekennzeichnet. Da die Irular als Adivasi außerhalb des Kastensystems stehen, ist für sie der Zugang zu Bildung und damit zu Ausbildung und Erwerbsmöglichkeiten, die aus der Armut führen, sehr gering.

Trotz aller Widrigkeiten beinhaltet ihre Kultur nach wie vor eine vitale Spiritualität, das Wissen um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur, um die medizinische Wirkung und Anwendung der heimischen Pflanzen sowie ein eigenes Verständnis von Gemeinschaft, dass Humanität, Respekt und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern beinhaltet.

So gründeten 2013 die Irular Frauen in Eigeninitiative ihre eigene Organisation, die Warungalam Welfare Society, die jetzt vor Ort unsere gemeinsamen Projekte koordiniert und die sich darüber hinaus gegenseitig bei Rechtsstreitigkeiten unterstützt. Darin werden die Irular von CALUMED gefördert und unterstützt. 

Kirsten vom Heu


Zum Schutz indigener Völker und zur Bekräftigung ihrer Rechte verabschiedete die ILO, die internationale Arbeitsorganisation, 1989 die Konvention 169 - ein rechtsverbindliches „Übereinkommen über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern“, um „… die volle Verwirklichung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte dieser Völker unter Achtung ihrer sozialen und kulturellen Identität, ihrer Bräuche und Überlieferungen und ihrer Einrichtungen zu fördern.“

Bisher ratifizierten erst 22, zumeist lateinamerikanische Länder diese Konvention. Deutschland gehört bisher nicht zu diesen Ländern. Sowohl dt. Unternehmen als auch Ministerien wären ab da verpflichtet, die Rechte indigener Völker zu wahren und ihre Ansprüche auf Land und Ressourcen anzuerkennen.

 

Mensch werden. Mensch bleiben.