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Jörg, 45

25.07.2021  |  Humans by Calumed

Ich hatte das große Glück, schon früh zu wissen, was aus mir werden sollte. Mit fünf Jahren schon war mir klar, ich werde Förster. Schon ein Kinderfaschingsbild aus frühen Tagen zeigt mich als Förster verkleidet. Ich wusste, es würde schön im Wald draußen sein und ich hatte immer schon einen besonderen Draht zur Natur.

Allerdings hatte ich keinerlei Draht zur Schule. Mit Hängen und Würgen absolvierte ich noch die Mittlere Reife und ließ die Schule hinter mir. Aber ohne Abi kein Förster. Ich begann eine Lehre als Vermessungstechniker. Da würde ich auch viel draußen sein, dachte ich. Die Ausbildung habe ich beendet und dann drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Die Idee ‚Förster' aber ließ mich nicht los. Und bald war mir klar: Jetzt oder nie! Also begann auf dem 2. Bildungsweg das Abi nachzumachen und studierte dann Forstwirtschaft. Wir waren damals nur dreißig Forststudenten pro Semester, es hatte oft was von Klassenfahrt, denn unser Lehrsaal war meist der Wald. Heute bin ich Revierförster.

Ich liebe die Nähe zur Natur und besonders ist mir auch das Lehren ans Herz gewachsen. Ich bilde aus, habe oft Studierende oder Praktikanten bei mir. Andere auf diesen Weg zu bringen und sie dabei zu begleiten, ist für mich sehr erfüllend.

Was mir ‚unterwegs' geholfen hat, war immer, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Ich kann Dinge gut wachsen lassen. Und ich habe die Natur für mich immer als großes Reservoir der Kraft und der Anbindung erfahren. Diese Quelle hegen und pflegen zu dürfen ist ein schönes Privileg.

Ein Mensch im besten Sinne ist jemand, der authentisch ist. Der weiß, wer er ist und wofür er steht. Er ist ein Original und geht seinen Weg.

Mensch werden. Mensch bleiben.