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Ramon, 33

22.08.2021  |  Humans by Calumed

Als Jugendlicher hatte ich noch keinen Plan, was ich werden sollte und wollte es auch noch gar nicht wissen. Ich war erst einmal mit mir beschäftigt, wollte meine Jugend auskosten und das Leben genießen. Die Zukunft lag noch im Nebel.

Nach meinem Zivildienst, ich war Zivi in der Kurzzeitpflege in Berlin, ging ich erst einmal auf Reisen und war für etliche Monate in Südamerika. Aber auch danach hatte sich noch kein Plan herausgeschält. Meine Bewerbung für ein Studium in Sozialer Arbeit fruchtete nicht. Angeregt von einer Freundin machte ich eine Erzieherausbildung und habe dann auch fünf Jahre in diesem Beruf gearbeitet, eine wichtige Erfahrung für mich. In dieser Zeit entwickelte ich ein wachsendes Interesse an Psychologie. Mir wurde immer klarer, dass darin ein mir selbst bis dahin noch uneingestandener Traum lag. Heute studiere ich Psychologie, genieße das und verwirkliche so endlich bewusst einen Ausbildungsschritt, der ganz aus mir selbst heraus entstanden ist und mir wirklich entspricht.

Woran ich gewachsen bin? Zum einen durch Krisen, wie etwa meiner unverhofften und zunächst ungewollten Vaterschaft. Jetzt bin ich glücklicher Papa eines fünfjährigen Sohnes. Gewachsen bin ich vor allem auch durch Menschen, die mich gefördert und inspiriert haben, meine Eltern, enge Freund:innen, meine Partnerin, mein Psychotherapeut, durch gute Lehrer und Mentoren.

Das Mensch-Sein liegt für mich in der Kraft der Phantasie und der Möglichkeit, schöpferisch tätig zu sein. Es liegt in der Kraft, sich Ziele vorzunehmen, mögen diese auch erst unerreichbar erscheinen. Wir werden umso menschlicher, je mehr wir lieben und uns im Verzeihen üben.

Mensch werden. Mensch bleiben.