Menü

Diane

05.12.2021  |  Humans by Calumed

Mit zwölf Jahren wusste ich bereits, dass ich Erzieherin werden wollte. Es besser machen, als ich es in meinem jungen Leben autoritär und ungerecht erlebt hatte, anderen Menschen Vorbild, Begleiterin, Unterstützerin und wenn nötig, auch Anwältin zu sein, das war meine Vision und Mission.
Geprägt davon, innerhalb der Familie sehr viel Verantwortung tragen zu müssen und sich selbst nur wenig gesund entfalten zu können, erfuhr ich mit Ausbildungsbeginn eine nie gekannte Freiheit, mich selbst zu erleben, zu entdecken, zu probieren, zu entwickeln. Kreativität und der Hang zur Lebens-Kunst sind dabei zwei meiner größten Ressourcen.
Im dörflichen Harzvorland groß geworden, zog ich mit 18 Jahren zur Ausbildung nach Goslar und zwei Jahre später nach Berlin, was Ende der 80er durchaus als Statement galt. Dort „tobte" ich mich einige Jahre mit viel Neugierde und Interessen aus und sammelte erste berufliche Erfahrungen in Kitas.
Getrieben von großer Unzufriedenheit wechselte ich in den folgenden 20 Jahren oft meine Wohnorte und Arbeitsplätze. Ich suchte dabei immer wieder neue Herausforderungen und Bedingungen, die es mir möglich machten, einerseits vor mir wegzulaufen und andererseits voran zu streben. Ich fühlte zwei Seelen in meiner Brust und erlebte mein Da-Sein mit vielen Tiefen, an dessen Höhen ich mich oftmals nur wenig erfreuen konnte. Die Erfahrungen meiner Kindheit und im Folgenden hatten mich dermaßen konditioniert, dass ich von mir selbst entfernter denn je war.
Doch gab es in mir auch immer die Seite, die an Heilung und Selbstverwirklichung glaubte! Dieser Glaube ließ mich Menschen begegnen und Wege gehen, wodurch vieles in mir wieder heil und ganz wurde.
Heute darf ich u.a. in einer psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche wirken, mein Wissen und meine Erfahrungen zur Verfügung stellen und begleite die Familien ein Stück ihres Weges. Dieses und das Leben im Ganzen erfüllt mich sehr.
Ein Mensch ist für mich jemand, der bei allem, was er tut oder sein lässt, die Verantwortung dafür übernimmt und am Abend sein Antlitz gern im Spiegel betrachten mag.

Mensch werden. Mensch bleiben.