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Philipp

24.11.2021  |  Humans by Calumed

Schon früh prägte mich mein Vater. Er tat alles, um aus mir ein fleißiges Kerlchen zu machen. Das tat er aber nicht über Druck, sondern über motivierende Anreize, kleine Hilfstätigkeiten hier und da. Er vermittelte mir ein Leistungsbild der Freude an dem, was man mit seinen Händen und seinem Kopf gestaltet und wo man wirkt.
Meine Eltern ließen es mir immer offen, ob ich in den Familienbetrieb, einer Möbeltischlerei, einsteige. Ich ließ mich ein wenig von meinem Vater lenken und ging nach dem Wirtschaftsabitur in die Schreinerlehre.
Sehr früh in meinem Leben, zwei Monate nach Beginn meiner Lehre, starb mein Vater an einer schweren Krankheit. Dieser Schicksalsschlag sorgte dafür, dass sich in mir ein Schalter umlegte: „Nun bin ich erwachsen und für mich selbst verantwortlich! Ich habe ihn nicht mehr als Hilfe und Unterstützung." Das war sehr schmerzhaft.
Nach der Lehre führte mein Weg zum Studium. In Rosenheim wurde der neue Studiengang „Innenausbau Dipl.-Ing." eröffnet. Dieser war quasi maßgeschneidert auf das Berufsbild des Möbelschreiners, der gerne noch einen Ingenieur draufsetzen wollte. Hier wurde nun aus Spaß am Holz-Handwerk eine Liebe. Ich emanzipierte mich von meinem bisherigen Bild eines Familienbetriebs, verband das neue wissenschaftlich-technische Wissen mit dem bereits erlernten Handwerkswissen. Während und nach dem Studium ging ich für einige Zeit nach Spanien und lebte einige Jahre in Berlin und sammelte Erfahrung in der Bauleitung von Großprojekten.

Was ist daraus geworden? Irgendwann ging ich dann doch zurück und lebe nun mit meiner Frau und meinem Sohn wieder in meinem Heimatdorf und bin Teil der elterlichen Tischlerei. Noch bin ich nicht in vollständiger leitender Funktion. Doch ich weiß schon jetzt – und daran feile ich gerade mit Hilfe des Self-Effectiveness-Trainings (SET): Ich möchte ein guter Unternehmer sein, der mit Leidenschaft, Kreativität, Beharrlichkeit und Ausdauer, aber auch gut kommunizierend in von Vertrauen geprägten Beziehungen zum Wohle aller unseren Familienbetrieb in das grüne industrielle Zeitalter überführt.

Der Mensch, ob er lebt, schon gelebt hat oder noch geboren wird, er ist Ausdruck der Wertschätzung der gesamten Schöpfung. Wir sind Teil dieser „Einheit aller Dinge" und alles verdient einen respektvollen Umgang. Unsere Aufgabe kann es nur sein, diese Welt zu beschützen und in ihr zu wirken, ohne sie und uns zu zerstören.

Mensch werden. Mensch bleiben.